Mittwoch, 27. April 2016

Rapunzel vs Eiskönigin


Unverfrohren: Rapunzel im Upcycling-Eiskleid.
Aber hallo, sollte jetzt nicht eigentlich Frühling sein?
Aber was ist das? Ich schau aus dem Fenster und fang an zu frieren. Da fallen riesige Schneeflocken vom Himmel. Ist das möglich?
Wen wundert es da, dass der kleine Floh von morgens bis abends den Titelsong von Disneys Eiskönigin trällert (Hilfe!). Wirklich wahr. Bei diesem Wetter kann man schon den Eindruck bekommen, dass der nächste Winter vor der Türe steht. Vielleicht hat sich deshalb die neue Rapunzel-Puppe, die kürzlich erst der Osterhase gebracht hat, schnell in Elsa verwandelt. Ade Sommer. Jetzt wird erst mal alles vereist!

Lange Zöpfe sind beim kleinen Floh jedenfalls total out. Vermutlich durfte ich ihm darum letzte Woche endlich wieder die Haare schneiden. Und auch sämtliche Puppen, Pferde, Einhörner und sonstige Spielfiguren sind inzwischen umgestylt. Im ganzen Kinderzimmer ist nicht ein einziges Rapunzel-Einhorn mit bodenlanger geflochtener Mähne mehr zu finden. Unglaublich. Über Nacht ist er von seiner Obsession geheilt. Dafür kann jetzt die gesamte Kinderzimmermannschaft Eis machen!

Das bringt natürlich ganz neue Probleme mit sich. Mal verliert jemand seine eisigen Zauberkräfte, mal wird versehentlich der falsche vereist. Oder beim Spiel im Schnee geht jemand in einem tiefen Loch verloren. Ein Elend!
Das bringt mich zurück zum Anfang: Wann wird es bitte Frühling? Und wann endet dieser ganze verschneite Eiszauberwahnsinn? 

Dass es auch dieses Jahr irgendwann Sommer wird, daran habe ich keinen Zweifel.
Aber wie lange die Eiskönigin im Kinderzimmer den Ton angeben wird, darauf bin ich gespannt. „Ich lass los, lass jetzt los …“ Vielleicht schaff ich es ja irgendwann im Spätsommer, meinen Frieden damit zu machen!

Euer Fräulein Floh

PS: Ein Eiskleid für Rapunzel
Das Outfit der Eiskönig ist aus Stoffresten meines Batik-Projekts entstanden. Ein Stück von einem T-Shirt, ein Stück von einer Bluse – und schon sind Kleid und Handschuhe fertig. Der Umhang besteht aus einem Chiffon-Stoffrest. Das Satinband der Schließe habe ich aus einem Pullover herausgetrennt. Der Glitzerstein war Teil einer Strasskette, die kaputt gegangen ist.


Freitag, 4. Dezember 2015

Achtung: Buchwerbung!


Heute möchte ich euch zeigen, womit ich mich diesen Sommer beschäftigt habe. 
Bücher haben bekanntlich eine recht lange Vorlaufzeit. Vom ersten geschriebenen Wort bis zur Auslieferung in den Buchhandel vergehen schon mal ein paar Monate. Darum war bei mir diesen Sommer Weihnachtsbasteln angesagt. Zusammen mit anderen Autorinnen habe ich Modelle für ein wundervolles Bastelbuch gefertigt. Schaut doch mal rein, wenn Ihr ein Exemplar im Buch- oder Bastelladen seht. Ich finde, es ist sehr schön geworden. Wenn Ihr noch Ideen sucht, werdet Ihr darin bestimmt fündig!


Ein netter Nebeneffekt des Buches: Von der Krippe über kleine Geschenkideen und Mini-Dekorationen habe ich dieses Jahr einfach alles, was man für Advent und Weihnachten braucht. Nur das Lebkuchenhaus (siehe unten) wollte bei 30 Grad einfach keinem so recht schmecken! :-)

Eine schöne Adventszeit und toi, toi, toi, dass der Nikolaus euch am Sonntag reich beschenkt!
Euer Fräulein Floh


Freitag, 27. November 2015

Tutorial: Schlampermäppchen

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt ...
Kaum zu glauben, aber nächsten Sonntag ist schon der erste Advent. Weihnachten kommt mit großen Schritten näher. Habt ihr schon Plätzchen gebacken, den Adventskalender befüllt und alle Geschenke besorgt?
Oder seid ihr vielleicht wie ich noch mitten in der Planung und auf der Suche nach dem einen oder anderen kleinen Geschenk?
Wie wäre es mit einem Schlampermäppchen?

Darin könnt ihr nicht nur Stifte, Nähutensilien und allerlei Kram und Gedöns aufbewahren. Es macht sich auch gut als wiederverwendbare Geschenkverpackung! 

Das Mustermodell, das ich vor kurzem für den kleinen Floh gefertigt habe, hat sich übrigens bestens bewährt. Jetzt haben Schere, Kleber, Radiergummi und all seine Stifte endlich einen Platz gefunden. Und ich hab abends auf meinem Esstisch endlich wieder Platz!

Das Modell "Kubus" lässt sich schnell aus kleinen Stoffresten nähen. Ich habe für meine Modelle alte Jeanshosen und Herrenhemden verwendet. In rund zwei Stunden ist euer kleines, persönliches Geschenk fertig!

Viel Spaß beim Nähen und Verschenken!
Euer Fräulein Floh


Schlampermäppchen "Kubus"

Du brauchst:
8 Stoffreste, 28 cm x 10 cm groß
Reißverschluss, 30 cm lang
Geodreieck®

Und so gelingt's:

1. Stell dir deine Lieblingsstoffe zusammen und schneide daraus acht Rechtecke zu - vier für die Hülle, vier für das Innenfutter. Die Nahtzugabe von 1 cm ist in den Maßen oben bereits enthalten.

PS: Natürlich kannst du die Größe des Mäppchens an deine Wünsche anpassen. Verändere einfach die Breite und Länge der vier Stoffstücke und wählen einen Reißverschluss in der passenden Länge.

2. Nähe jeweils vier Stoffstücke aneinander. Die Nahtzugaben auf der Rückseite auseinanderbügeln. Dann die Nähte auf der rechten Stoffseite rechts und links knapp absteppen. Dabei die Nahtzugaben auf der Unterseite mitfassen.

PS: Das Absteppen verstärkt die Nähte und verleiht deinem Mäppchen zusammen mit dem Innenfutter mehr Stabilität!

3.  Lege die Stoffstücke mit der linken Seite nach oben vor dich und zeichne die Nahtlinien für die Seitenkanten auf. Dazu zunächst an allen vier Kanten die Nahtzugabe markieren (1 cm). Dann jeweils das Geodreieck mit der senkrechten Mitte auf einer Verbindungsnaht ausrichten (siehe Foto). Die Spitze des Dreiecks berührt die Markierung für die Nahtzugabe. Die Seiten des Dreiecks mit einem Buntstift oder Schneiderkreide nachziehen. So an allen drei Verbindungsnähten vorgehen. Danach markierst du die gegenüberliegende Stoffkante ebenso.

4. Jetzt nähst du den Reißverschluss ein. Dazu zunächst an beiden Stoffteilen die seitlichen Nahtzugaben nach innen einschlagen, feststecken und bügeln. Die Stoffe links auf links aufeinanderlegen - das Innenfutter liegt unten, die Hülle oben. Den Reißverschluss bis kurz vor die Zähnchen an einer Kante zwischen die Nahtzugaben schieben und feststecken. Schmalkantig absteppen. Beachte dabei, dass du dabei das Innenfutter auf der Unterseite sauber mitfasst.

5.  Öffne den Reißverschluss und stecke die zweite Seite auf der gegenüberliegenden Seite der Stoffstücke zwischen die umgebügelten Nahtzugaben. Wieder schmalkantig absteppen. 

Das geht am besten so:  Schließe den Reißverschluss ein Stück und kremple den Stoff so zusammen, dass er beim Einspannen in die Nähmaschine hinter dem Nähfuß liegt. 
Nähe ein paar Zentimeter entlang des geschlossenen Reißverschlusses und stoppe dann mit versenkter Nadel.
Hebe den Nähfuß an, öffne den Reißverschluss, sodass der Schieber hinter dem Nähfuß liegt. Nun die Naht entlang dem geöffneten Reißverschluss bis zum Ende nähen. 


6. Nähe nun die Seitenkanten. Wende dazu den Stoff auf die linke Seite. Beginne an der Hülle. Lege jeweils einen Stoffstreifen doppelt und stecke ihn an der Verbindungsnaht und an der markierten Spitze fest. Den Stoff auf der Markierung absteppen, die Nahtzugabe auf 5 mm zurückschneiden. Dann den nächsten Streifen ebenso absteppen etc., bis alle vier Nähte gemacht sind.
Auf der gegenüberliegenden Seite und am Innenfutter ebenso vorgehen, dabei am Innenfutter auf einer Seite eine Naht zum Wenden offen lassen.

7.  Wende das Mäppchen durch die Öffnung, sodass das Innenfutter in der Hülle liegt. Lässt sich der Reißverschluss gut schließen? Sind alle Nähte der Seitenkanten korrekt?
Wenn alles gut ist, kannst du nun die letzte Naht schließen. Dazu den Stoff an der Wendeöffnung schräg nach innen einschlagen (dabei hilft die Markierung auf der linken Stoffseite!), die Kanten aufeinanderstecken und schmal absteppen. Fertig!

Samstag, 7. November 2015

Die Nadel sticht wieder

Die Nadel sticht wieder – dank Gastmaschine und einer ordentlichen Prise Selbstmotivation. Letzte Woche hatte ich mir ja eine Aufgabe gestellt. Das „Einfach mal machen“-Projekt. Diese Woche wollte ich Euch davon berichten. Und das tu ich jetzt auch.

Viel Spaß beim Lesen,
Euer Fräulein Floh


Im Zeitraffer: Das „Einfach mal machen“-Projekt

Dienstag, 27. Oktober
Nachdem ich das „Einfach mal machen“-Projekt auf meinem Blog angekündigt habe, bin ich fast euphorisch. Klar, das klappt auf jeden Fall, denke ich mir. Was soll da jetzt auch schief gehen?

Mittwoche, 28. Oktober
Einkaufen, Wäsche waschen, nach den Kindern schauen – und am Abend so k.o., dass ich sogar meinen Sportkurs völlig vergesse.

Donnerstag, 29. Oktober
Ach du Schreck, am Samstag ist Halloween! Schnell mit den anderen Müttern besprechen, wer was organisiert. Ich muss Kürbissuppe kochen, Blätterteighäppchen backen und noch zwei Kürbisse zum Schnitzen besorgen.

Freitag, 30. Oktober
Kein Kürbis weit und breit. Der ganze Vormittag geht dafür drauf, diverse Einkaufsläden und Wochenmärkte abzuklappern. Am Nachmittag bleibt keine Zeit für das „Einfach mal machen“-Projekt. Der Abend ist für die Halloween-Vorbereitungen reserviert.

Fotobeweis: Das Projekt ist gelungen.
Samstag, 31. Oktober



Halloween. Die Kinder verkleiden sich, werden geschminkt und schnitzen Kürbisse. Nach dem großen Halloween-Dinner spielen wir „Süßes oder Saures“. Der Abend endet bei den Nachbarn mit zwei Flaschen Wein und einer müden, aber glücklichen Mutter.

Sonntag, 1. November
Endlich, endlich, am letzten Tag der Woche sitze ich an meiner Nähmaschine. Das „Einfach mal machen“-Projekt gelingt in letzter Sekunde. Aus einem Wachstuch-Rest entsteht eine kleine Einkaufstasche und der kleine Floh bekommt endlich sein lang ersehntes Schlampermäppchen.
Ich bin glücklich und ein bisschen stolz. Weil ich das „Einfach mal machen“-Projekt geschafft habe. Und weil die Augen des kleinen Flohs mit meinen um die Wette strahlen!



 

Dienstag, 27. Oktober 2015

Einfach mal machen

Wer sagt, dass man gute Vorsätze nur in der Silvesternacht haben darf? Ich finde, man kann sich ganz gut auch zum Jahresende hin etwas vornehmen. Darum habe ich ab heute ein neues Motto: 
"Mehr Spontanität, weniger Perfektion."
Das wird diesen Blog hoffentlich mit mehr Leben füllen und mehr Beiträge sprudeln lassen.

In den letzten Monaten war ich irgendwie im Kopf blockiert. Kaum wollte ich mich in meine Kreativecke verkriechen, hat mich eine innere Stimme davon abgehalten: „Nein, nein, erst noch die Spülmaschine ausräumen. Und denk doch an die Steuererklärung. Und du wolltest doch noch den Keller aufräumen. Und die Gummistiefel putzen. Und zum Friseur gehen. Und mit den Kindern den Zoo besuchen. Und schau mal auf deine endlos lange To-Do-Liste, was du alles schon seit Monaten vor dir her schiebst. Das sind alles viel, viel wichtigere Dinge …“
Stimmt. Da stehen so wichtige Sachen wie Fotoalben machen, den Gartentisch abschleifen oder das Zeitschriftenabo kündigen drauf. Den Argumenten meiner inneren Stimme kann ich also schwer wiedersprechen. Nur: Obwohl ich immer brav auf die Stimme gehört habe, habe ich noch keinen einzigen dieser Punkte erledigt.
Da stimmt doch was nicht!

Vielleicht liegt es daran, dass ich irgendwie immer etwas vermeintlich noch Dringlicheres zu tun habe. Sind es nicht die Gläser, die zum Altglascontainer gebracht werden müssen, sind es die Schuhe, die zum Schuster müssen. Oder die Kindergarten-Vesperdose, die jeden Morgen mit pädagogisch und biologisch wertvollem Essen gefüllt werden will. Das schlechte Gewissen liegt wachsam auf der Lauer. Schon beim leisesten Gedanken an  herrliche Stoffberge und Kisten voller bunter Papiere schlägt es blitzschnell zu. Und noch bevor ich mir ausmale, was ich Schönes machen könnte, wird der Gedanke im Keim erstickt.
„Stopp! Keine Zeit!“, ermahnt mich die innere Stimme.

Nach meiner aktuellen Einschätzung finde ich frühestens in 18 Jahren wieder Zeit, um in meine Kreativecke zu gehen – also ungefähr, wenn der Baby-Floh volljährig ist. Es sei denn, ich muss. Aus Mutterpflicht und so. Weil eine gute Mutter eben ab und zu etwas für ihre Kinder selber macht. Das tritt dann ungefähr zwei- bis dreimal im Jahr ein – wenn ein Kindergeburtstag oder Weihnachten ansteht. Oder wenn der kleine Floh zum hundertsten Mal fragt, wo eigentlich das versprochene Prinzessinnenkleid für seine Lottie bleibt.
Wo bleiben da die Glücksmomente?

Ich muss etwas ändern. Und zwar schnell. Also habe ich mir heute vorgenommen, noch diese Woche die Ärmel hochzukrempeln und mit dem nächsten Kreativprojekt loszulegen. Nicht länger auf den richtigen Zeitpunkt warten. Einfach die innere Stimme ignorieren. Einfach mal machen.

Ob das klappt?
Ich werde es Euch nächste Woche berichten.

Bis dahin alles Liebe!
Euer Fräulein Floh

Sonntag, 25. Oktober 2015

Vorfreude auf Weihnachten


Ende Oktober und schon wieder Weihnachtsgefühle?
Warum nicht?
Beim Nähabend mit Hummelhonig waren die Festtage mit Gedanken an strahlende Kinderaugen jedenfalls zum Greifen nah! 
Ein großes Dankeschön an die vier Hummeln, die dieses wundervolle Näh-Erlebnis perfekt vorbereitet haben. Von Prosecco und Häppchen über Schnittmuster und tolle Stoffe bis hin zu Bügelbildern und kleinen Geschenken hatten sie einfach an alles gedacht.
In weniger als vier Stunden waren die 24 Stoffsäckchen für den Adventskalender fertig und so mancher Button (als Geschenk oder Belohnung für die fleißige Näherin - man darf zwischendurch ja auch mal an sich selbst denken!) gemacht.
Ich freue mich noch immer über das gelungene Adventskalender-Projekt. Und ich muss gestehen, dieser Abend unter Gleichgesinnten hat mich einfach glücklich gemacht!

Liebe Grüße, 
Euer Fräulein Floh

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Ach, du liebe Zeit


Ein Mann, ein Kind, ein Baby, Manuskripte, Wäscheberge, Elternabende – und dazwischen eine Mutter, die manchmal so gar nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht. Sind das wirklich die Regenschirme, aus denen ich längst etwas Neues machen wollte, die da eben unter dem Papierkram zutage gekommen sind? Oh weh, wie peinlich!
 
Aber die Steuererklärung geht jetzt leider vor. Schließlich ist sie ja der Grund, weshalb ich hier an meinem Arbeitsplatz sitze. Was für eine Abwechslung. Da werden die Sanddünen im Flur jetzt wohl noch ein paar Tage ungestört weiterwachsen.
Ich könnte täglich mehrere Stunden mit Kehren, Saugen und Wischen verbringen. Leider habe ich die aber nicht. Der große Floh will nach der Kita beschäftigt werden. Und am Vormittag hält mich der kleine Floh ordentlich auf Trab. (Mal ganz zu schweigen von den Nächten, die gerade auch alles andere als paradiesisch sind.)
Die restlichen Freizeitaktivitäten tragen leider dazu bei, dass zuhause die Wäsche- und Schmutzberge noch schneller wachsen. Danke, liebes Herbst-Schmuddelwetter! Da werfe ich doch gerne noch einmal einen Blick auf unsere Urlaubsbilder. Drei Wochen Türkei, drei Wochen 35 Grad plus, drei Wochen Ferien von der Hausarbeit ... Ein Traum!

Rechtzeitig für den Urlaub sind diesen Sommer allerdings dann doch noch zwei kleine Projekte für die Flohkinder fertig geworden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Aus Stoffresten und alten Shirts habe ich diese beiden Lieblingsstücke genäht. Meine absoluten Sommerfavoriten!

Und weil Nähen einfach Spaß macht, habe ich mich diesen Samstag für ein Event bei der Langen Nacht des Selbermachens angemeldet. Bei Hummelhonig werden coole Adventskalendersäckchen gefertig. 
Was soll ich sagen: Man kann nicht früh genug damit anfangen!

Alles Liebe
Euer Fräulein Floh